
Die Hackeschen Höfe in Berlin: Geschichte, Architektur und Tipps
Die Hackeschen Höfe sind ein denkmalgeschütztes Ensemble aus acht miteinander verbundenen Innenhöfen in Berlin-Mitte. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 1906 verbinden sie Wohnungen und Arbeitsräume mit Geschäften, Gastronomie und Kulturangeboten. Besonders bekannt sind die von August Endell gestalteten Jugendstilfassaden im ersten Hof.
Wer die Höfe besucht, kann historische Architektur betrachten, durch verschiedene Geschäfte stöbern oder den Rundgang mit einem Café-, Kino- oder Theaterbesuch verbinden.
Was sind die Hackeschen Höfe?
Die acht Höfe erstrecken sich zwischen der Rosenthaler Straße und der Sophienstraße, unweit des Hackeschen Markts. Mehrere Durchgänge verbinden die einzelnen Bereiche miteinander.
Die Nutzung verändert sich von Hof zu Hof. Neben Wohnungen und Büros finden sich dort Geschäfte, Werkstätten, gastronomische Betriebe und Kulturorte. Dadurch lassen sich die Hackeschen Höfe sowohl als architektonische Sehenswürdigkeit als auch als weiterhin genutztes Stadtquartier erleben.
Für einen ersten Besuch lohnt es sich, nicht nur den bekannten ersten Hof anzusehen. Erst der Weg durch die weiteren Durchgänge vermittelt einen Eindruck von der Struktur und den unterschiedlichen Nutzungen des Ensembles.
Jugendstilarchitektur im ersten Hof
Der erste Hof ist der architektonisch auffälligste Bereich der Anlage. Seine farbigen Fassaden, ornamentalen Formen und unterschiedlich gestalteten Fenster unterscheiden sich deutlich von vielen klassischen Berliner Gewerbehöfen.
Kurt Berndt plante das Hofensemble
Die Hackeschen Höfe entstanden nach den Plänen des Architekten und Bauunternehmers Kurt Berndt. Er plante und errichtete die Gesamtanlage mit ihren Wohn-, Gewerbe- und Veranstaltungsflächen.
August Endell gestaltete die Jugendstilfassaden
August Endell war für die Fassaden im ersten Hof sowie für die Gestaltung der damaligen Festsäle und weiterer Innenräume verantwortlich. Zu den prägenden Merkmalen gehören farbige Verblendsteine, geschwungene Formen und zahlreiche unterschiedlich gestaltete Fenster.
Beim Rundgang lohnt sich deshalb auch der Blick in die oberen Fassadenbereiche. Interessante Details finden sich nicht nur auf Augenhöhe.
Darauf können Sie im ersten Hof achten:
- farbige Fassadenflächen und Verblendsteine
- geschwungene Linien und ornamentale Formen
- unterschiedlich gestaltete Fenster
- die Übergänge zwischen den Höfen
- die Verbindung historischer Architektur mit heutiger Nutzung
Was kann man in den Hackeschen Höfen unternehmen?
Die Höfe sprechen unterschiedliche Interessen an. Manche Besucher kommen vor allem wegen der Architektur. Andere verbinden ihren Rundgang mit Einkaufen, Gastronomie oder einem Kulturangebot.
Durch alle acht Höfe gehen
Ein Rundgang kann am Eingang an der Rosenthaler Straße beginnen. Von dort führen Durchgänge in die weiteren Höfe. Dabei wechseln sich stärker besuchte Bereiche mit ruhigeren Wohn- und Arbeitsbereichen ab.
Da in den Höfen auch Menschen wohnen und arbeiten, sollten Besucher private Eingänge respektieren und beim Fotografieren auf Bewohner und Beschäftigte Rücksicht nehmen.
Geschäfte und Handwerk entdecken
In den Höfen befinden sich Geschäfte aus den Bereichen Mode, Design, Kunsthandwerk und Spezialitäten. Als Beispiele für handwerklich geprägte Angebote lassen sich Golem Baukeramik im sechsten Hof und der Coy Hutsalon im achten Hof nennen.
Da Mieter und Ladenkonzepte wechseln können, empfiehlt sich vor einem gezielten Einkauf ein Blick auf die aktuelle Übersicht der Geschäfte.
Kino, Theater und weitere Kulturangebote
Zu den Kulturorten des Ensembles zählen derzeit das Chamäleon Theater und das Hackesche Höfe Kino im ersten Hof sowie der Billardsalon Köh im sechsten Hof.
Wer einen Film oder eine Vorstellung besuchen möchte, sollte Programm, Kartenpreise und Einlassbedingungen direkt beim jeweiligen Veranstaltungsort prüfen.
Cafés und Restaurants
Auch gastronomische Angebote gehören zur heutigen Nutzung der Höfe. Aktuell werden unter anderem die Röststätte und das Restaurant Oxymoron im ersten Hof geführt. Daneben gibt es weitere Cafés, Restaurants und Spezialitätengeschäfte.
Die Zeiten der einzelnen Betriebe sind nicht einheitlich. Für den Besuch eines bestimmten Restaurants oder Cafés sollten daher die Angaben des jeweiligen Anbieters geprüft werden.
Die Geschichte der Hackeschen Höfe
Die Geschichte der Hackeschen Höfe reicht von der Berliner Stadterweiterung zu Beginn des 20. Jahrhunderts über die Zeit des Nationalsozialismus und die DDR bis zur umfassenden Sanierung nach der Wiedervereinigung.
Eröffnung im Jahr 1906
Die Höfe wurden 1906 eröffnet. Von Beginn an vereinten sie Wohnungen, Gewerberäume, Handel und Veranstaltungsorte. Die damaligen Festsäle, Vereine und das Kino Imperial machten das Ensemble zugleich zu einem kulturellen Treffpunkt. Die Höfe waren außerdem Teil des jüdischen Lebens in der Spandauer Vorstadt.
Enteignung und Kriegsschäden
Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Hackeschen Höfe zwangsversteigert. Der damalige Eigentümer Jakob Michael war bereits aus Deutschland emigriert. In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs wurde der erste Hof durch Bomben stark beschädigt.
Die Höfe in der DDR
In der DDR wurde das Ensemble zu Volkseigentum. Mieter verhinderten zunächst, dass die Jugendstilfassaden im ersten Hof abgeschlagen wurden. Später wurden Teile der Straßenfassade verändert. Heute steht das Ensemble unter Denkmalschutz.
Sanierung nach der Wiedervereinigung
Nach der Wiedervereinigung wurden die Hackeschen Höfe neu belebt und in den 1990er-Jahren umfassend saniert. Dabei wurden historische Elemente restauriert und Räume für eine zeitgemäße Nutzung geschaffen. Das heutige Konzept verbindet erneut Wohnen, Arbeiten, Kultur, Gastronomie und Handel.
Für wen lohnt sich ein Besuch?
Interesse | Besonders relevant | Planungshinweis |
|---|---|---|
Architektur | Jugendstilfassaden im ersten Hof und Übergänge zwischen den Höfen | Auch die oberen Fassadenbereiche betrachten |
Berliner Geschichte | Entstehung, Enteignung, Kriegsschäden, DDR-Zeit und Sanierung | Mit historischen Orten in der Umgebung verbinden |
Kultur | Theater, Kino und Billardsalon | Aktuelles Programm separat prüfen |
Einkaufen | Design, Mode, Handwerk und Spezialitätengeschäfte | Mieterübersicht vorab ansehen |
Gastronomie | Cafés und Restaurants in mehreren Bereichen | Angaben des gewünschten Betriebs prüfen |
Fotografie | Fassaden, Durchgänge und wechselnde Perspektiven | Privatsphäre der Bewohner respektieren |
Wer sich hauptsächlich für Architektur interessiert, kann die Höfe im Rahmen eines Spaziergangs erkunden. Für einen Kino-, Theater- oder Restaurantbesuch sollte entsprechend mehr Zeit eingeplant werden.
Anreise zu den Hackeschen Höfen
Die offiziellen Zugänge befinden sich an der Rosenthaler Straße 40 und an der Sophienstraße 6 in Berlin-Mitte.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln
In der Nähe liegen:
- der S-Bahnhof Hackescher Markt
- der U-Bahnhof Weinmeisterstraße
- Straßenbahnhaltestellen rund um den Hackeschen Markt
Aktuelle Verbindungen und mögliche Störungen lassen sich über die Fahrplanauskunft der BVG prüfen.
Die Hackeschen Höfe verfügen über keine eigenen Parkplätze. Angesichts des begrenzten Parkplatzangebots in Berlin-Mitte ist die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfehlenswert.
Sind die Hackeschen Höfe barrierefrei?
Die Wege durch die Höfe werden vom Betreiber als barrierefrei zugänglich beschrieben. Einzelne Geschäfte und Kultureinrichtungen können jedoch nur über Stufen erreichbar sein.
Wer einen bestimmten Betrieb besuchen möchte, sollte dessen Zugänglichkeit deshalb vorab auf der jeweiligen Website oder telefonisch prüfen.
Ein Erinnerungsort in der Nachbarschaft
In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt. Das Museum liegt in der Rosenthaler Straße 39 im benachbarten Haus Schwarzenberg und ist kein Bestandteil der Hackeschen Höfe.
Die Ausstellung erzählt die Geschichte des Kleinfabrikanten Otto Weidt. Während des Zweiten Weltkriegs beschäftigte er in seiner Besen- und Bürstenwerkstatt hauptsächlich blinde und gehörlose jüdische Menschen. Er versuchte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Verfolgung und Deportation zu schützen, und versteckte einige von ihnen in der Werkstatt.
Der Besuch des Museums sollte als eigenständige historische Auseinandersetzung verstanden werden.
Vom Classik Hotel Alexander Plaza zu den Hackeschen Höfen
Vom Classik Hotel Alexander Plaza in der Rosenstraße sind es rund fünf Gehminuten bis zu den Hackeschen Höfen. Der Weg führt durch Berlin-Mitte in Richtung Hackescher Markt und Rosenthaler Straße.
Das Boutique-Hotel befindet sich in einem denkmalgeschützten Gebäude nahe dem Hackeschen Markt und der Museumsinsel. Auch der Berliner Dom, das Humboldt Forum und der Alexanderplatz liegen im Umfeld des Hotels.
Eine mögliche Route mit Schwerpunkt auf Architektur und Geschichte:
- Start am Classik Hotel Alexander Plaza
- Spaziergang zum Hackeschen Markt
- Rundgang durch die acht Hackeschen Höfe
- Besuch des benachbarten Hauses Schwarzenberg
- Weiterweg in Richtung Museumsinsel
So lassen sich mehrere Ziele in Berlin-Mitte miteinander verbinden, ohne den Hotelbezug in den Mittelpunkt des Beitrags zu stellen.
Fazit: Architektur, Geschichte und Berliner Stadtkultur verbinden
Die Hackeschen Höfe verbinden historische Architektur, Stadtgeschichte und heutige Berliner Kultur auf engem Raum. Ein Rundgang ist besonders interessant für Besucher, die Jugendstilfassaden, kleinere Geschäfte, Gastronomie und Kulturangebote miteinander kombinieren möchten.
Vom Classik Hotel Alexander Plaza sind die Höfe in rund fünf Gehminuten erreichbar. Dadurch lässt sich der Besuch gut mit dem Hackeschen Markt, dem Haus Schwarzenberg und einem Weiterweg zur Museumsinsel verbinden. Wer ein bestimmtes Kino-, Theater-, Restaurant- oder Geschäftsangebot einplanen möchte, sollte die aktuellen Informationen der jeweiligen Einrichtung vorab prüfen.
Häufige Fragen zu den Hackeschen Höfen
Was sind die Hackeschen Höfe?
Die Hackeschen Höfe sind ein denkmalgeschütztes Ensemble aus acht miteinander verbundenen Innenhöfen in Berlin-Mitte. Sie verbinden Wohnungen und Büros mit Geschäften, Gastronomie und Kulturangeboten.
Wie viele Höfe gehören zum Ensemble?
Die Anlage besteht aus acht miteinander verbundenen Höfen.
Wer hat die Hackeschen Höfe entworfen?
Die Gesamtanlage entstand nach den Plänen des Architekten und Bauunternehmers Kurt Berndt. August Endell gestaltete insbesondere die Jugendstilfassaden des ersten Hofes sowie mehrere Innenräume und die damaligen Festsäle.
Was kann man in den Hackeschen Höfen unternehmen?
Besucher können die Architektur betrachten, durch die acht Höfe gehen, Geschäfte und Handwerksangebote entdecken oder ein Café, Restaurant, Kino beziehungsweise Theater besuchen.
Wie erreicht man die Hackeschen Höfe?
Ein Zugang befindet sich an der Rosenthaler Straße 40, ein weiterer an der Sophienstraße 6. Nahe gelegene Stationen sind der S-Bahnhof Hackescher Markt und der U-Bahnhof Weinmeisterstraße.
Sind die Hackeschen Höfe barrierefrei?
Die Wege durch die Höfe werden als barrierefrei zugänglich beschrieben. Bei einzelnen Geschäften und Kulturorten können jedoch Stufen oder andere Einschränkungen bestehen.
Wie weit sind die Hackeschen Höfe vom Classik Hotel Alexander Plaza entfernt?
Vom Classik Hotel Alexander Plaza sind es rund fünf Gehminuten bis zu den Hackeschen Höfen.
Gehört die Blindenwerkstatt Otto Weidt zu den Hackeschen Höfen?
Nein. Das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt befindet sich in der Rosenthaler Straße 39 im benachbarten Haus Schwarzenberg. Es ist ein eigenständiger Erinnerungsort.


